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Erstellt: 08 May 2007 - 03:58 PM
Betreff: Unsere Zivilisation
Unsere Zivilisation

Die menschliche Kreativität und Schöpferkraft ist Grundlage unserer Kultur und Zivilisation. Ohne die genialen Schöpferkräfte des Menschen gäbe es keine technischen Erfindungen, keine Demokratie. Das Spielen wäre uns ebenso fremd wie das Vorhandensein eines individuellen Lebensgefühls. Dies alles sind Dinge, die sich über Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende entwickelt haben.
Wo und wie müssen wir unsere schöpferischen Kräfte einsetzen, um unsere Kultur und Zivilisation weiterzuentwickeln?
Was hindert uns daran, dies zu tun?

Autor: lorenzj3
Erstellt: 14 May 2007 - 05:19 PM
Betreff: re: Unsere Zivilisation
eigentlich basiert unsere Kultur auf den 10 Geboten. Diese spiegeln sich irgendwie auch in den Grundrechten in unserem Grundgesetz wieder. Unsere Kultur kann dann bestehen, wenn wir es schaffen, diese "Grundrechte" mit Leben zu erfüllen und stets danach handeln.

Achtung und Respekt vor dem Anderen. Rücksicht auf die Mitmenschen nehmen. Toleranz gegenüber Fremdem zeigen. - Nur so geht es weiter mit allem was wir Kultur nennen. Diese Grundlagen des Zusammenlebens können nur durch Erziehung und Vorbilder in die Herzen und in den Verstand der Menschen kommen. Hier ist auch der Ansatz zur Weiterentwicklung unserer Kultur.

Dies geht aber nur dann gut, wenn ALLE mitmachen. Das Wort "keine Toleranz gegenüber Intoleranz" macht die Runde und ist meiner Ansicht nach berechtigt. (entspricht ja auch dem alten "gleiches Recht und gleiche Pflicht für alle").

Eine echte Weiterentwicklung unserer Kultur ist nur dann sinnvoll, wenn wir unsere Ideale verwirklicht sehen. - Machen wir einen Schritt nach dem anderen.

Autor: Manfred Schneider
Erstellt: 08 Jun 2007 - 11:45 AM
Betreff: re: Unsere Zivilisation
Autor lorenzj3 spricht von "unserer Kultur und unserer Zivilisation",von Bedingungen, die eine Weiterentwicklung unserer Kultur (Zivilisation?) befördern. Der hier genannten Meinung braucht man nichts entgegen zu setzen, allerdings beschreibt sie nur den Zustand, bestenfalls noch den (bei uns) gängigen Prozess einer zivilisatorischen Entwicklung.

Ist dies im Sinne von Genius I. nicht etwas zu kurz gedacht? Erlauben Sie mir weitere Thesen, die ich eher auch als Fragestellungen formulieren und verstanden wissen will.

- Zivilisationen sind entstanden - und vergangen; dies eigentlich in sehr vielen Epochen. Denken wir an die Entwicklung der großen Reiche der Ägypter, der Römer, des Morgenlandes, des Abendlandes, der "noch gegenwärtigen" Weltmächte... Welche Territorien und Herrschaftssysteme, welche Zivilisationen und Kulturen werden schon morgen prägend sein? Wie können wir uns da zurecht finden? Welchen Einfluss wollen wir nehmen? Darf man, muss man, lohnt es sich, dagegen anzugehen? Mit welchen Mitteln und mit welcher Konsequenz?

- Neue Reiche (und deren Zivilisation und deren Kultur) sind entstanden, wenn etwas vorhergehendes sich nicht mehr als tragend erwies und wenn eine Vision von etwas Neuartigem begeistern konnte. Dies beobachten wir z.B. beim Mythos vom Turmbau zu Babel, bei der Französischen Revolution, dem Kommunistischen Manifest, der Globalisierung ...? Auffallend ist m.E., dass die Halbwertzeiten vermeintlicher Wahrheiten immer kürzer werden. Was kommt morgen? Was müssen wir tun, was müssen wir lassen?

- am Anfang neuer Zivilisationen stand in der Regel ein gewisser Gleichheitsgedanke. Aber schon die Jünger Jesu hatten einen Dirigenten. Die französische Revolution ist mit dem Leitmotiv "Liberte, Egalite, Fraternite" angetreten, Karl Marx hat den Stellenwert des Menschen und seiner Arbeit neu definiert, gegenwärtige westliche Systeme betonen die Individualität. Es ist fast banal zu sagen, dass jedes Licht auch schatten wirft. Und der Streit ist müssig, soviel sollte uns die Geschichte lehren, welches System das beste sei. Denn alle krankten über kurz oder lang an pervertierenden sog. "Weiter"entwicklungen?
Doch wer bestimmt die Substanz einer Entwicklung? Wer "macht" Zivilisation und Kultur? Ist Zivilisation und Kultur "Macht"? Macht "Macht" jeden heeren ideologischen Ansatz von vorneherein kaputt?
Goethe (auch ich bekenne mich jetzt mal zu einer Haltung und einer Person in einer Zeit) sagte: "Alles was entsteht, das ist auch wert, des es zu Grunde geht". Darüber zu philosophieren, wäre eine spannende Aufgabe!

- Sind die o.g. Fragestellung/Thesen Ausdruck einer fatalistischen Haltung? Überhaupt nicht! Sie ermuntern eher, sich als Mensch zu bekennen, mit all seinen Stärken und Schwächen, mit all seinen Widersprüchlichkeiten, und all seinen Ehrgeiz tolerierend, solange er sich nicht gegen andere richtet. Und da gibt es in unserer, ich sage in unserer, Gesellschaft Regeln, über die es durchaus zu streiten gilt. Und das als ständiger Prozess. Bis dahin, bis eine neue Idee von "lasst uns alle besser werden" geboren wird.

Soviel, besser: so verschwindend wenig, für diesmal ...

Autor: lorenzj3
Erstellt: 14 Jun 2007 - 06:27 PM
Betreff: re: Unsere Zivilisation
Tja - es gibt zwei Arten von Weiterentwicklungen: die sanfte, langsame, die aus den Fehlern lernt, Verbesserungen im Detail ausführt. Und die andere, die mit (Waffen)gewalt schnell Änderungen herbeiführt. So ist m.E. die Islamisierung unserer Gesellschaft auch durch unsere Angst vor Gewalt geprägt. Die gewaltsame Christianisierung von Teilen der Welt war sicherlich auch so ein Fehler, aus dem zu lernen wäre.

was mir besonders am Herzen liegt, schreibt Manfred Schneider wie folgt:
sich als Mensch zu bekennen, mit all seinen Stärken und Schwächen, mit all seinen Widersprüchlichkeiten, und all seinen Ehrgeiz tolerierend, solange er sich nicht gegen andere richtet

Mein Ziel einer Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist mehr Gerechtigkeit. (Statt Ellenbogengesellschaft, Zweiklassenmedizin, Zweidrittelgesellschaft, Jugend- und Altersarmut, arm trotz Arbeit, ...)

Autor: Astrid Hilt
Erstellt: 19 Jun 2007 - 10:04 AM
Betreff: re: Unsere Zivilisation
Ich halte es für problematisch, dass wir unsere Wurzeln in Zivilisationen sehen, die zwei Merkmale gemeinsam haben: es gibt sie nicht mehr, und sie waren von nicht sehr langer Dauer.
Wenn wir als Gemeinschaft überleben wollen, ist es an der Zeit, dass wir uns ein Beispiel nehmen an den (wenigen noch bestehenden) alten Kulturen. Dieses "immer schneller immer besser immer mehr"-Denken hat sich seit über 10 Jahrtausenden nicht bewährt.

Wenn wir über Forschung und Technik debattieren, müssen wir uns fragen, wo wir überhaupt hin wollen. Wann wissen wir denn genug? Und was machen wir, wenn wir genug wissen und haben?

Was soll eigentlich diese ganze Hektik?
Was hindert uns daran so zu leben, dass alle glücklich sein können?

Autor: lorenzj3
Erstellt: 10 Jul 2007 - 08:25 PM
Betreff: re: re: Unsere Zivilisation
tja - gute Fragen.
Irgendjemand findet es toll einen Roboter zum Mars zu senden, ein anderer findet es toll, wenn seine Kuh mehr Milch gibt und der nächste wird jedes Jahr mit einer neuen Schuhmode glücklich. Und in jedem Fall gibt es Menschen, die (und deren Familien) einen Vorteil von solchen Weiterentwicklungen haben.
Nur wir als Menschheit haben keine Vorteile davon.

Es taucht also die alte Frage auf ob Stillstand gleich Rückschritt ist. Ein Beharren des derzeitigen Status quo ist allerdings nicht sinnvoll da dann die Übel der Menschheit (Neid, Hass, Gier...) ebenfalls weiter für Unbehagen sorgen.

Es ist also eine Sekunde der vollkommenen Zufriedenheit aller Menschen zu schaffen und diesen Zustand zu konservieren. Aber wie schaffen und wie konservieren? In diesem Fall wäre dann aber der Stillstand kein Rückschritt.

Anzahl Nachrichten: 6 - Seiten (1): [1]
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